Traum­paar: Ein Wein, der wirk­lich zu Scho­ko­la­de passt

6. Januar 2017

Ein paar Gewür­ze und Kräu­ter machen den Unter­schied.

Wein und Scho­ko­la­de? War für mich bis­her eher ein No-go. Ja, es gibt Kom­bis, die pas­sen. Aber in mei­ner Erfah­rung ist das eher die Aus­nah­me als die Regel. Bei­de sind so eigen­wil­lig und viel­schich­tig im Geschmack, dass aus dem Ver­such einer Paa­rung eher ein Kampf der Gigan­ten als eine Lie­bes­ehe wird. Letz­te Woche aber traf ich tat­säch­lich auf ein Traum­paar: Scho­ko­la­de und Baro­lo Chi­na­to.

Baro­lo Chi­na­to wur­de im 19. Jahr­hun­dert von Apo­the­kern im Pie­mont als Medi­zi­nal­wein ent­wi­ckelt. Basis war Baro­lo, wel­chen man mit Kräu­tern und Gewür­zen ver­setz­te. Kran­ke geneh­mig­ten ihn sich gegen Fie­ber und ande­re Weh­weh­chen. Ein moder­nes Exem­plar kommt aus dem Hau­se Coc­chi. Chi­na­rin­de, Rha­bar­ber und Enzi­an geben dem DOCG-Wein eine inten­si­ve Bit­ter­keit. Er duf­tet nach Oran­ge, Mit­tel­meer­kräu­tern, Euka­lyp­tus und Laub. Am Gau­men ist er rund und zugleich frisch, süss und zugleich inten­siv herb, im Fina­le über­nimmt dann eine ein­dring­li­che Säu­re. Lan­ger Aus­klang von Oran­ge und Kara­mell.

Ein wahn­sin­nig apar­ter Beglei­ter zu Mousse au cho­co­lat! Die Aro­men flies­sen naht­los inein­an­der, die Bit­ter­keit des Weins nimmt der Crè­me ihre Schwe­re und Süs­se und löst sie vom Gau­men. Zu Schog­gi­ku­chen: der­sel­be Effekt. Tafel­scho­ko­la­de: passt eben­falls. Kurz: Baro­lo Chi­na­to gehört zu den scho­ko­la­den­freund­lichs­ten Wei­nen, die ich bis­her pro­biert habe!

Ein Rezept für Scho­ko­la­den­ku­chen gibt’s hier.

Giulio Coc­chi, Baro­lo Chi­na­to, Pie­mont, Ita­li­en. Bezug: www​.ull​rich​.ch, 47 CHF